Veranstaltungen
Bild aus "Kunst Dünger - Outside In" im Stadtmuseum Deggendorf

Kunst Dünger – Outside In

Sonderausstellung 11.09. - 02.11.2014
Stadtgalerie im Stadtmuseum
11.09. - 02.11.2014

Über die Veranstaltung

Outside – In
Jürgen Bergbauer, Roman Pfeffer, Wilhelm Scheruebl, Claudia Shneider

Wie nehmen wir heute Natur wahr und was bedeutet sie dem Menschen im 21. Jahrhundert? Gibt es weiterhin ein inneres Bedürfnis mit der Natur zu leben, sie auch im urbanen Umfeld in unseren Lebensraum zu integrieren? Gibt es nicht vielmehr ein zunehmendes Interesse das Außen nach Innen zu holen und so den Innenraum zum individuellen Außenraum zu transformieren?

Von der Begrünung ganzer Häuserfassaden im Sinne der sogenannten „green city“ oder dem autonomen Phänomen des „guerilla gardening“ lassen sich durchaus innovative Auswüchse in der Sehnsucht nach Natur erkennen. Doch kann die Natur auch als Thema bildender Künstler weiterhin bestehen? Je nach Blickwinkel, Distanz oder Dauer der Betrachtung ergeben sich in den Arbeiten der beteiligten Künstler Bilder zwischen Illusion und Wirklichkeit, poetische Inszenierungen aus dem Repertoire der Natur und Kontextverschiebungen, die zum Nachdenken anregen.

Jürgen Bergbauers (*1968 in Straubing/D) fotografische Bilder setzen an der romantischen Vorstellungskraft an, Natur als Stellvertreterin innerer Seelenzustände zu inszenieren. Seine Serie „substitute“ zeigt Bergformationen, die der Sehnsucht nach der Darstellung des „Erhabenen“ in Form von Gebirgslandschaften nachkommen. Doch hält er nicht real existierende Gebirgsketten oder Bergmassive fest, sondern fokussiert mit der Kamera Sandgruben, Erdhügel oder bemooste Baumrinden und idealisiert sie zu Landschaftsbildern, die mit der Ambivalenz von Schein und Sein spielen.

In ähnlicher Weise lädt uns auch Roman Pfeffer (*1972 in Vöcklabruck/A) ein, seine Bildwelt zu entschlüsseln. Mittlerweile hat er sich als „Fallensteller“ mit viel Witz und Ironie einen Namen gemacht. Ebenso konzeptuell lenkt er den Blick des Betrachters auf gewohnt banale Dinge, die jedoch auf den zweiten Blick durch das Translozieren in einen neuen Kontext in die Irre führen, Denkprozesse anstoßen und geschickt Fragen aufwerfen. Zu seinen 2012 entstandenen Arbeiten zählen fotografische Aufnahmen von manipulierten Pflanzen.

Wilhelm Scheruebl (*1961 in Radstadt/A) arbeitet noch direkter mit natürlichen Materialien, die in ihrer Form aber auch als Prozess ihrer Entstehung in das Gesamtkonzept von Installationen, fotografischen Serien, Zeichnungen und Druckgrafiken eingegliedert werden. Scherübl interessieren die komplexen Zusammenhänge der Natur als Kreislauf von Wachsen und Vergehen, das er über zeitbasierte Installationen, Dokumentationen und die Wahl von Momentaufnahmen eines größeren Zusammenhangs, festhält.

Claudia Shneider (*1961 in Johannesburg/ZA) befasst sich besonderes in ihren Aquarellen und Zeichnungen damit, wie man heute noch Natur, ihre Pflanzen- und Blumenwelt, als alleiniges Bildmotiv wählen kann. In ihren Arbeiten wandert sie von der fragilen Spontanität der Zeichnung unerschrocken zur Malerei und lotet diese Schnittstelle feinfühlig aus. Für Deggendorf entsteht eine neue Serie an Papierarbeiten, die geprägt ist von ihrem derzeitigen Aufenthalt in Südafrika.

Kuratorenführung mit Anjalie Chaubal am
Sonntag, den 12. Oktober 2014 um 14 Uhr
Museumseintritt, die Führung ist frei.